Um den starren Konventionen ihrer armenischen Familie zu entfliehen, hat BELINDA kurzerhand ein Studium begonnen – was vielmehr als Alibi dient, um unverheiratet aus ihrem Elternhaus ausziehen zu können. Einzig zu ihrer Mutter MARGRIT, die sehr unter ihrem notorisch trinkenden Mann leidet, hat sie noch einen warmherzigen Kontakt. Sie genießt ihre Unabhängigkeit mit ihrem deutschen Freund MANUEL, mit dem sie eine eigene Familie gründen möchte. Als ihr Vater stirbt, wird BELINDA mehr und mehr in die skurrile Welt ihrer armenischen Familie gesogen, mit der sie eigentlich kaum etwas am Hut hatte. Doch je wohler sie sich nun hier fühlt, desto mehr entfremdet sie sich von ihrem Studentenleben und ihrem Freund Manuel. Belinda geht auf eine Reise zwischen Geborgenheit und Haltlosigkeit, Enge und Freiheit. Sie muss ihren Weg zwischen den Kulturen und den richtigen Platz im Leben finden, vor allem damit sie offen zu MANUEL stehen kann.
Eine tragikomische Geschichte über das tiefe Bedürfnis nach Verankerung, der Frage ‚Was ist Heimat?‘ und über die Notwendigkeit, sich zu verändern.
Kommentar der Regisseurin:
“Belinda steht zwischen den Welten ihrer armenisch-türkischen Wurzeln, ihrer deutschen Sozialisierung und der persönlichen Unfähigkeit, diese Welten miteinander zu verbinden. Als ihr Vater stirbt, wird ihr schmerzlich bewusst, wie wenig sie nicht nur über den eigenen Vater wusste, sondern auch wie fremd und gleichzeitig nah ihr die eigene Familie ist.
Doch auch ihr „anderes“ Leben mit Manuel, ihrem deutschen Freund, den sie vor ihrer Familie verheimlicht, ihren deutschen Freunden und ihrem Studium birgt diese Fremde in sich. Belinda fühlt sich überall ein wenig aussen vor – nirgends zugehörig. Entsprechend unentschieden und ambivalent begegnet sie ihrem Leben. Mit dem Tod des Vaters und Manuels Entschluss wegzuziehen, wächst der Druck auf Belinda Position zu beziehen. Auf dieser Reise führt uns Belinda durch die Leben ihrer engsten Familienmitglieder, ihre Geschichten, Schmerzen und Sehnsüchte.“
Samira Radsi


