So stellt man sich die Himmelspforte nicht vor: Ein schäbiger Behördeneingang zu einem verfallenden Bürohaus. Hier treffen die Verstorbenen ein und bekommen ihre Nummer zugeteilt. In engen, verwitternden Hotelzimmern warten sie auf das Gespräch mit ihrem Sachbearbeiter. Die treffen sich jeden Morgen zur Lagebe-sprechung. Schließlich wartet eine Aufgabe auf sie, die nicht ganz einfach ist: Die Verstorbenen müssen innerhalb von zwei Tagen aus der Fülle ihres Lebens die ihnen wichtigste Erinnerung auswählen. Diese wird dann am Ende der Woche von der Behörde verfilmt. Bei der großen Vorführung am Sonntag verabschieden sich dann die Verstorbenen in die Ewigkeit. Einzig die ausgewählte, verfilmte Erinnerung können sie mitnehmen; die große Fülle des restlichen Lebens werden sie vergessen. Zwei der Verstorbenen weigern sich, zu wählen. Eine Weigerung, die die Sachbearbeiter nur zu gut verstehen können… – Ein Film über die Ewigkeit und den Film. Wahrhaftig himmlische Ruhe wechselt sich ab mit schwungvollen Szenen, bei denen eine quirlige Handkamera die Arbeit der „Behörde“ dokumentiert. Behutsam spürt der Film den sich verwischenden Grenzen zwischen Erlebnissen und Erinnerungen, zwischen Fakten und Fiktion nach: Immer geht es darum, wie man unablässig seine eigene Wirklichkeit erfindet.



