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100 Jahre Grönland im Film

100 Jahre Grönland im Film

Es gibt so einiges, was wir von der Welt ganz sicher wissen: Auf Tahiti ist das Leben sinnlich, “der” Afrikaner ist etwas langsam, aber gutwillig, die “Eskimos” sind unabhängige, stolze Jäger und haben fünfzig Wörter für “Schnee”. Und natürlich: Elvis lebt!
Aber woher kommen solche „Weisheiten“?
100 Jahre Film haben uns Bilder aus fremden Ländern gebracht. Jedoch: war das Wissensvermittlung? Oder doch eher das Bedienen unserer eigenen europäischen Projektionen und Sehnsüchte?
Heute und am nächsten Dienstag zeigt das Alle(r)weltskino zwei Filme zu diesen Überlegungen. Heute geht es um das stereotype Bild vom friedfertig im Einklang mit der Natur lebenden “Eskimo”, ein Bild, geprägt durch unsere nostalgische Sehnsucht nach den vergangenen Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat. Vom Stummfilm “Die Eskimofrau” mit Asta Nielsen über Bille Augusts “Fräulein Smillas Gespür für Schnee” bis zum modernen Videoclip zeigt “100 Jahre Grönland im Film” Ausschnitte zum Thema – zum Nachdenken.

Das stereotype Bild vom friedfertig im Einklang mit der Natur lebenden Eskimos ist eine der großen Erzählungen, in denen unsere Nostalgie von einer mythischen Vergangenheit, vom Leben im Eis, dem legendären „Ultima Thule“, zum Ausdruck gebracht wird.
Im Mythos vom Eskimo kann der Mensch noch frei und unabhängig, der Jäger ein Ernährer, und ein Mann ein Held sein. Eskimos, heute Inuit, sind eine der am meisten verfälschend dargestellten Ethnien der Welt. Dazu hat der Film als populäres Medium entscheidend beigetragen. Die Geburtsstunde des Mediums Film ist zugleich die Geburtsstunde für den Mythos vom Eskimo.
In diesem Kompilationsfilm wird die Entwicklung des Mythos am Beispiel der Filmgeschichte Grönlands, und der Darstellung von Grönländern im Film, verfolgt. Von Peter Elfelts „Fahrt mit grönländischen Hunden“ (DK, 1896) bis hin zu Bille Augusts „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (D/DK, 1997) passieren 100 Jahre Grönland im Film Revue.
Hervorgehoben werden Aspekte der Bedeutung des Films im Projekt des „Nationbuilding“ (20er/30er Jahre), der Kolonialisierung (50er Jahre) und Entkolonialisierung (60er/70er Jahre) sowie der kulturellen Eigenständigkeit (80er/90er Jahre).